Ich stelle mir also vor:
Nach der Arbeit treffe ich eine gute alte Freundin im Café, eine, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe, weil wir beide viel zu tun haben, und die Zeit, das weiss man ja, die rennt. Da sitzen wir also, und freuen uns, aber leider fühle ich mich nicht so gut, ein bisschen gestresst und müde, und, nunja, aufgebläht. Weil die gute alte Freundin nunmal eine gute alte Freundin ist, und wir Frauen uns natürlich immer sofort alles erzählen, spreche ich das selbstverständlich in den ersten fünf Minuten des Treffens an: "Ach, ach, ich fühle mich so aufgebläht.." Dabei mache ich mit einem entschuldigenden und aber doch belustigten Lächeln den obersten Knopf meiner beigefarbenen Leinenhose auf. Mitten im Café. Meine gute Freundin nickt mitfühlend, sie kennt das, und deshalb weiss sie auch sofort einen Rat, so sind wir Freundinnen. Sie springt auf und kehrt Sekunden später mit einem Sechserpack Joghurt zurück. Mit Erdbeergeschmack. "Das wird Dir ganz schnell helfen", sagt sie, während ich Kalorienangabe und Werbeversprechen auf der Packung lese. "Gut aufgelegt statt aufgebläht?" frage ich hoffnungsvoll und erleichtert, und dann lachen wir beide gutgelaunt und geniessen den schönen Abend. Hoffentlich denke ich dran, den Hosenknopf wieder zuzumachen, bevor ich aufstehe.
Doch. Kommt hin. Hautnah dran, sozusagen.
Selbstverständlich ist das erste Thema zwischen Freundinnen nach langer, wie auch nach kurzer Zeit immer die Verdauung. Gibt es ja auch sonst wenig im Leben, das einen so beschäftigt. Und deswegen verabreden wir Frauen uns auch immer früh genug und in zentraler Lage, nicht dass der Supermarkt schon zu hat oder vielleicht - oh schreck - gar keiner da wäre. Späte Stunden an der Bar oder ein einsames Bier in freier Natur gehören den Männern. Wir springen erst wieder nächsten Morgen mit der Margarine in den Teich.
Posted by: Kate | July 20, 2009 at 08:53 PM