"Sehr nuller Jahre: einem Mädchen eine Festplatte schenken. Sozusagen das Mixtape des anhebenden Jahrtausends."
(R.)
"Sehr nuller Jahre: einem Mädchen eine Festplatte schenken. Sozusagen das Mixtape des anhebenden Jahrtausends."
(R.)
December 13, 2009 at 03:11 PM in immer die | Permalink | Comments (0)
December 11, 2009 at 11:40 PM in immer die | Permalink | Comments (0)
Trinkts ihr jetz no a Weissbier?
Ja.
Aber ihr habts doch scho oans ghabt!
Ja, und jetzt trink ma no oans.
Ihr trinkts fei vui!
Jaja.
Seid wann mogst Du a Weissbier, du mogst doch ga koa Weissbier!
Aufm Berg scho.
Mia miassn fei no obi! Trinkts hoit ned so vui!
Jaja.
(Stunden später)
Martina, mogst a Bier?
Na.
Na? Warum ned?
I hob scho zwoa Weissbier!
Ah ge, mei, de zwoa Weissbier.
November 25, 2009 at 01:30 PM in immer ich - 45 rpm | Permalink | Comments (1)
„Ich bleibe hier solange sitzen, bis der da ist.“ Ich sage das mit allem gebotenen Nachdruck, ernte aber nur mildes Lächeln von den Eiscaféchefs, die beide schon ungefähr 20 Kinder haben. Es ist über 24 Stunden her, dass ich die „es geht jetzt los“ Nachricht bekommen habe. Natürlich liess ich sofort sämtliche Arbeit liegen und stehen und verliess das Freibad, immerhin machte sich meine kleine Schwester daran, ein Baby zu bekommen. Kaum zuhause stellte sich leider heraus, es ging gar nicht los. Im Gegenteil, es passierte gar nichts, keine einzige Zigarre weit und breit. Jede Wette, sie lag gemütlich im Krankenhausbett und liess das Kopfteil auf- und abfahren, während ich zuhause auf- und ab lief und einen Nerv nach dem anderen verlor. Die dachte gar nicht daran, mich auf dem Laufenden zu halten. Typisch.
Am nächsten Tag ging es nochmal los, ohne loszugehen. Vielleicht ging es auch los, und ich wurde nur schon wieder nicht informiert. Bitte, ich kann so keine Kinder kriegen! Ich beschloss, Beistand und Unterstützung zu suchen. Und zwar ausgerechnet vor dem Eiscafe unseres Viertels, wo alle anderen auch schon auf Neuigkeiten warteten. Was soll ich sagen, ich war schon sehr erschöpft von den Wehen und konnte kaum noch klar denken. Da sass ich, zappelte und fand es sehr empörend, mich derart lange warten zu lassen, schliesslich weiss sie ganz genau, wie sehr ich Warten hasse. Pure Absicht, natürlich. Ich übertreibe? Mitnichten. Meine kleine Schwester würde alles tun, um im Mittelpunkt zu stehen. Als sie vier war, hat sie eine kaputte Limoflasche schamlos ausgenutzt, um sich das Bein aufzuschneiden und die ganze Küche mit Blut und Aufmerksamkeit zu fluten. Die schreckt vor nichts zurück. Jetzt bringt sie auch noch einen kleinen gesunden Menschen auf die Welt. Es reicht wohl nicht, dass sie mehr Locken hat als ich.
Es dauerte und dauerte, und ich musste sehr an mich halten, um vor Aufregung nicht zuviel zu trinken, immerhin stand mir wahrscheinlich noch eine Vollnarkose, eine PDA oder mindestens Radfahren bevor. Ich hatte die gesamte Schwangerschaft mitgemacht, ein Finale ohne mich kam überhaupt nicht in Frage, schliesslich musste ich neun Monate zusehen, wie die futtern durfte, ohne dick zu werden. Obwohl sie dann natürlich doch dick wurde. Und zwar mein lieber Schwan, die hatte eine ganz schöne Wampe am Schluss. Schon gut, da wuchs ein Baby drin, aber erzählt mir doch nichts, der lag da schon sehr bequem auf Zwetschgendatschi, zugedeckt mit Bananensplit. Da würd ich auch nicht pünktlich rauskommen.
Als ich den ersten Wein bestellte, klingelte der Vater, und nach kurzem Kammerflimmern schaffte ich es sogar, ranzugehen.
- Und?!
Immer noch nichts.
- Was?
Sie hängt jetzt am Tropf.
- Was?
Sie ist sehr tapfer.
- Echt?
Darauf ein Glas Schnaps. Was ich nicht bedacht hatte: das Eiscafé hat einen eingebauten Spielplatz, und so sass ich umzingelt von Müttern, die mir einiges voraus haben. Wehen, nämlich, und Geburten, und Kinder, die schon da sind. Ich war in kürzester Zeit völlig überfordert: „Nein, ich weiss nicht, wie weit der Muttermund auf ist.“ Bitte keine Details, wir reden hier von meiner kleinen Schwester. Fragt man mich geht es doch hauptsächlich darum, das Baby möglichst gesund und irgendwie, und ich meine irgendwie, in die Welt zu bekommen. Wenn man das bei Duftkerzengeflacker in der heimischen Badewanne machen möchte, nur zu. Ich für meinen Teil glaube, man sollte schlicht genug Kraft zurückbehalten, um noch laut genug nach Drogen zu schreien, also so, dass man halt auch welche bekommt. Ansonsten kann ich wenig zum Thema beitragen, sicher weiss ich nur, dass da aus zwei eins gemacht wurde. Hoffentlich will später niemand Kilogramm und Zentimeter von mir wissen, der wird schon irgendwas wiegen und ist wahrscheinlich ein bisschen länger als ein Lineal. Der nächste Anruf bewahrte mich vor weiteren Fragen:
- Und?!
Immer noch nichts.
- Was?
Die sagen, das kann noch dauern.
- Was?
Das kann schon noch so acht Stunden dauern.
- Sag ihr, sie soll pressen!
Was?
- Sag ihr, sie muss pressen! PRESSEN!
Herrgott, was fragen die mich denn nicht gleich.
Ich gab mich geschlagen, ging nach Hause, und obwohl er vor Mitternacht noch auf die Welt kam, bekam ich den Neuling erst am nächsten Morgen zu sehen. Der kann noch nicht viel, ehrlich gesagt, da passiert relativ wenig, wenn man den auf dem Arm hat und ihm zuschaut. Das wird schnell fad, länger als 12 Stunden kann man das fast nicht machen. Wenn er schreit, hat er Hunger, sagt die Mama, das sei bei Babys so. Bei mir ist das heute noch so.
Ich habe noch kein einziges Foto gemacht, ich weiss, ihr staunt. Ich habe nicht unbedingt Angst, ihm die kleine Seele wegzuknipsen, aber ein bisschen schon. Er ist doch noch so klein, er ist ja kaum größer als meine Kamera. Davon abgesehen möchte ich auch nicht auf die Welt kommen und sofort in eine Linse lächeln müssen. Ich gehe davon aus, dass mein Neffe mir da zustimmt, genervt kucken kann er nämlich schon. Wenn der als erstes eine Kamera sieht statt eine Mama, dann denkt der doch sofort: „Scheisse, falscher Planet. Das sind die, die immer noch mit Digitalkameras fotografieren“. Wenn das so ist, dann möchte ich wenigstens die eine Coole sein, die ihn nicht gleich emailt oder flickrt. Es könnte allerdings sein, dass ich in der Beziehung jetzt schon versagt habe, und dabei habe ich mir doch sofort alle Rechte an Literatur-, Musik-, Film- und Interneterziehung gesichert. Ich knutsche ihn einfach zu oft, und ich höre jetzt schon, wie er sich bei seiner Mutter beschwert: „Nicht die Martina, die schmust mich immer ab!“ Ich sehe immens hohe Bestechungskosten auf mich zukommen.
August 20, 2009 at 01:00 PM in immer ich - 33 rpm | Permalink | Comments (11)
Ich wünschte, ich könnte das so oder so, kann ich aber nicht. Deshalb hier die Liste, und ich lege Euch alle ans Herz, bis auf da, wo ich rummotze.
1. Candace Bushnell: One fifth Avenue. Schuldig im Sinne der strappy sandals.
2. Marion Meade: Dorothy Parker – What fresh hell is this
3. Anne Enright: The Gathering
4. Steve Toltz: A fraction of the whole
5. Daniel Kehlmann: Ruhm. Ja. Nee. Bisschen gequält zusammengestrickt, nein?
6. Otfried Preußler: Krabat. Für Kinder, Herr Preußler? Echt?
7. Simon Beckett: Chemistry of death
8. Siri Hustvedt: The enchantment of Lily Dahl
9. Kluun: Mitten ins Gesicht. Erzähler gehasst. Schreibstil gehasst. Geschichte gehasst. Trotzdem ausgelesen. Ich könnte noch viel mehr. Mich aufregen.
10. Richard Yates:
11. Arundathi Roy: The God of Small Things
12. Joseph O'Neill: Netherland. Auf welcher Seite war der Hype?
13. Wally Lamb: The hour I first believed. She's come undone: check. I know this much is true: check. The hour I first believed: trying too hard, Mr. Lamb.
14. Richard Price: Lush Life
15. Jay McInerney: The last bachelor. Die frühen 90er Jahre haben angerufen, aber Janowitz, Ellis und Konsorten sind nicht zuhause. In einer der Kurzgeschichten kommt Alison Poole vor, allein dafür: ***
16. Harry Mulisch: Die Entdeckung des Himmels
17. David Foster Wallace: Infinite Jest. Das ist kein Buch. Das ist ein Projekt. Und ich verschiebe es auf November.
18. Jonathan Tropper: How to talk to a widower
19. David Guterson: The other
July 30, 2009 at 05:46 PM in immer ich - 45 rpm | Permalink | Comments (5)